Heinz…

Meine Kindheit war geprägt von neidiger Sehnsucht. Alle meine Verwandten und Freunde waren schon dort – mit dem 500er, mit dem übertragenen Fiat oder mit dem Roller und erzählten vom Strand, Muscheln und Pizza und kamen braungebrannt zurück.

In meiner Jugend ging es jedes Jahr nach Italien, zuerst zu den norditalienischen Stränden – endlich mit entsprechender Urlaubsbräune, Chianti im Bast und Pizza, dann immer südlicher, nach Rimini, Sorrent und Sizilien. Der Strand war schönes Beiwerk, die Kultur gewann an Bedeutung, die Begegnung mit Einheimischen, der Abend mit der Fülle an gastronomischen Eindrücken.

Gleichzeitig studierte ich mit drei Italienern, da war es konsequent, auch italienisch zu lernen und auch dem Kochzirkel (jeder kocht für einen Abend) beizutreten und die Liebe zu Italien zu verdichten. Nebenbei: wir fuhren in Wien ein Cabrio mit Mailänder Kennzeichen; die Mädchen verstanden uns kaum, weil wir natürlich nur italiensch sprachen, aber liebten uns dafür mehr…

Als die Lira vom Markt verschwand, war ich beruflich in Ticino; da war es klar, mit den letzten Scheinen vor der Grenze einen Chianti im Bast (den gibt es noch heute) und eine Pizza mit meiner Frau zu konsumieren. Jahrelang fuhren wir zum Essen nach Cannobbio, Brissago, Varese, jahrelang kaufte ich bei Mario das Fleisch und die Leber, bei Claudia den Fisch und bei Carlo das Gemüse und Obst, jahrelang kochte ich begeistert bei mir zuhause im Ticino. Dann hieß es zurück nach Wien, auch heute führen uns die Wege (ich bin noch immer mit der selben Frau zusammen und bekoche sie wie ein pazzo…) nach Italien: Ligurien, Apulien, Basilica, Toscana, Venetien, Friaul. Mittlerweile hat meine Frau eine Vinothek mit italienischen und österreichischen Weinen am Aumannplatz.

Wenn uns die Sehnsucht plagt, dann nur nach Italien und dem Tessin, und der geben wir mehrmals im Jahr nach und entdecken jedes Jahr neue gastronomische Facetten.

Ein bisschen davon wollen wir nach Wien bringen – natürlich mit dem Zeitraum der intensivsten Sehnsucht, der Kindheit; wir, das sind mein jugendlicher Feund Jörg, meine treue Wegbegleiterin Anita und der cretino vecchio, ich.

Jörg

Meine Eltern verbrachten ihre Urlaube meistens in Rimini und schon bald war ich auch mit von der Partie. Allerdings kann ich mich an meine Anfänge in Italien nicht mehr erinnern, aber es gibt ja gottseidank ein paar „Beweisfotos“. Erinnern kann ich mich allerdings später an unsere Familienurlaube, meist in Bibione und Caorle. Das Foto, ich war so um die 15 Jahre, war mein letzter Urlaub mit meinen Eltern.

Jesolo & Napoli

Es folgten Urlaube mit Freunden in Jesolo, in Pensionen oder am Camping Platz, fast immer mit einer Urlaubsliebe

Heute habe ich meine Lieblingsorte, die ich fast jedes Jahr besuche. Napoli ist eine großartige Stadt, wild aber gleichzeitig faszinierend. Triest natürlich – Maria Theresia lässt grüßen, und Padova mit dem Lumpertoni im Dom und Essen unter Sternen.

Überall habe ich meine Cafés und Aperitivo-Bars und kann es dort stundenlang aushalten…